Nobelpreise 2026 | Lichtblicke für die Forschung
Die Nobelpreise für Physiologie oder Medizin und für Physik würdigen wegweisende Forschung von den Nervenzellen bis zu den energiereichsten Teilchen des Universums. | © Bildnachweis: Veit Ziegelmaier (AI generated)

Nobelpreise 2026 | Lichtblicke für die Forschung

6. Oktober 2026 | von Veit Ziegelmaier

Die diesjährigen Nobelpreise für Physiologie oder Medizin und für Physik führen von den Nervenzellen des Gehirns bis weit hinaus ins Universum. Bei beiden ausgezeichneten Arbeiten spielt Licht eine entscheidende Rolle, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 geht an Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel „für ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik“. Ihre Forschung schuf die Grundlage dafür, die Aktivität bestimmter Zellen mithilfe von Licht gezielt zu steuern. Vor allem in den Neurowissenschaften hat die Optogenetik neue Möglichkeiten eröffnet, die Funktion neuronaler Netzwerke zu untersuchen. Inzwischen werden auch mögliche medizinische Anwendungen erforscht.

Die Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin 2026 Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel. Bildnachweis: Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach

Mehr über die Forschung hinter dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erklärt Nina Beier im Video.

 

 

 

 

Mit dem Nobelpreis für Physik 2026 wird Francis Halzen für seine entscheidenden Beiträge zum IceCube-Neutrino-Observatorium und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs ausgezeichnet. Neutrinos wechselwirken nur äußerst selten mit Materie und sind deshalb nur schwer nachzuweisen. IceCube nutzt Tausende Lichtsensoren tief im antarktischen Eis, um die schwachen Lichtsignale zu registrieren, die bei seltenen Wechselwirkungen dieser Teilchen entstehen. Damit eröffnen Neutrinos einen neuen Blick auf einige der energiereichsten Vorgänge im Universum.

Physik-Nobelpreisträger 2026 Francis Halzen. Bildnachweis: Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach

Mehr über IceCube und die Forschung hinter dem Physik-Nobelpreis erklärt Nina Beier im Video.

 

 

 

 

So unterschiedlich die beiden Forschungsfelder sind, spielt Licht in beiden eine Schlüsselrolle. In der Optogenetik lässt sich damit die Aktivität von Zellen gezielt beeinflussen. Im antarktischen Eis verraten winzige Lichtsignale die Spuren von Teilchen, die aus den Tiefen des Universums zu uns gelangen.