Helle Nacht
Der Nachthimmel ist nicht mehr dunkel. Das beweist eindrucksvoll das Bild das die Europäische Südsternwarte (ESO) nun veröffentlich hat. Es zeigt Satelliten, die innerhalb von nur einer Stunde den Nachthimmel über dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste in Chile durchqueren. | © Foto: F. Kamphues, ESO/M. Kornmesser

Helle Nacht

10. Juli 2026 | von Thorsten Naeser

Der Nachthimmel ist nicht mehr dunkel. Das beweist eindrucksvoll das Bild, das die Europäische Südsternwarte (ESO) nun veröffentlicht hat. Es zeigt Satelliten, die innerhalb von nur einer Stunde den Nachthimmel über dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste in Chile durchqueren. Entstanden ist die Ansicht aus einer Serie aus einem Zeitraffervideo, das im Oktober 2025 etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang aufgenommen wurde. Einige der Streifen stammen von Flugzeugen und lassen sich leicht an ihren blinkenden farbigen Lichtern erkennen. Die meisten Spuren jedoch sind auf Satelliten zurückzuführen. Im Vordergrund ist die Kuppel des „Extremely Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte zu sehen.

Eine Studie der ESO hat jetzt ergeben, dass die aktuellen Pläne, in den nächsten Jahren über 1,7 Millionen Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, verheerende Folgen für die Astronomie hätten. Der Studie zufolge sollten nicht mehr als 100.000 schwache Satelliten, die mit bloßem Auge sichtbar sind, die Erde umkreisen. Das würde den Astronomen die Fähigkeit zur Beobachtung des Nachthimmels mit modernen Teleskopen sichern.

Seit 2019 ist die Zahl der die Erde umkreisenden Satelliten rapide gestiegen und liegt heute bei über 14.000. Einen großen Anteil daran haben die Starlink-Telekommunikationssatelliten von SpaceX. Zwar haben Unternehmen wie SpaceX Maßnahmen ergriffen, um die Helligkeit ihrer Satelliten zu verringern, doch die aktuellen Satellitenvorhaben gehen weit über die Grenzen dessen hinaus, was qualitätsvolle astronomische Beobachtungen verkraften können, meinen die Autoren der Studie.

Originalpublikation:

O. R. Hainaut, “Large or bright satellite constellations Effects on observations, including on the background sky brightness”, Astronomy & Astrophysics (2026)