Auf Tuchfühlung mit dem Licht
incent Nieraad und Bernhard Kirchmair haben ein einwöchiges Praktikum im PhotonLab absolviert. Doch in dieser Woche haben die beiden Schüler noch weit mehr erlebt auf dem Campus Garching. Hier ist ihr Bericht.
In Folge unserer erfolgreichen Teilnahme bei „Jugend forscht“ hatten wir die Möglichkeit, an einem einwöchigens Praktikum am Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP) auf dem Forschungscampus in Garching teilzunehmen.
Frau Dr. Stähler-Schöpf, Leiterin des Schülerlabors, empfing uns am Montag an den Türen des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik (MPQ), führte uns in die Abläufe des Labors ein und gab uns einen Überblick über das Institut sowie die grundlegenden Experimente des Schülerlabors. Am Tag darauf schlossen wir uns einer Gruppe von Ultrakurzzeitphysikern an, die mit Attosekundenpulsen die elektronische Struktur verschiedener Materialien, darunter auch Silizium, zeitlich auf Attosekunden- und räumlich auf Pikometerskala auflösen. Damit wollen sie eine Steuerung der Elektronenbewegung auf atomarer Größe erzielen.
Am Mittwoch nutzten wir die Gelegenheit, Mitarbeiter des neu gebauten Centre for Advanced Laser Applications (CALA) aus der Gruppe von Dr. Thomas Nubbemeyer bei ihren Experimenten zu begleiten. Im Labor war ein Kilohertz-Laser aufgebaut, dessen Strahl nach Durchlaufen verschiedener Oszillatoren, Gitter und Polarisatoren in einen sogenannten FROG (frequency resolved optical gating) läuft, wodurch ultrakurze Lichtpulse aufgelöst werden.
CALA war insbesondere deswegen interessant, da es eine der modernsten Forschungseinrichtungen des Campus ist.
Am Donnerstag erhielten wir von Dr. Ludwig Beck, dem technischen Betriebsleiter des Maier-Leibnitz-Laboratoriums (MLL) eine Führung durch den Beschleuniger, mit dem Wasserstoffatome mit einer Spannung von 15 MV auf eine Energie von 30 MeV beschleunigt werden, indem eine Stripperfolie ihnen auf halbem Weg Elektronen entreißt. Daraufhin ergab sich ein Rundgang im Gelände des bekannten Atomeis und des zweiten Forschungsreaktors (FRM II).
Am Freitag waren wir wieder im MPQ und durften Doktorandin Annie Park aus dem Bereich Quanten-Vielteilchen-Systeme beim Umbau eines Experiments begleiten. Hierbei sollten Atome durch Laser abgebremst werden. Am Nachmittag hatten wir Zeit, mit Prof. Lothar Oberauer über unser „Jugend-forscht“ Projekt zu diskutieren und damit unser Praktikum am MAP abzuschließen.
Der Einblick in die unterschiedlichen Labore hat uns gut gefallen, insbesondere auf Grund der Möglichkeit, die Abläufe am Campus kennen zu lernen. Zum Schluss möchten wir uns bei Frau Dr. Stähler-Schöpf für die Organisation des abwechslungsreichen Praktikums bedanken.