So sehen Sieger aus – Sofie Silbermann macht den ersten Platz beim Regionalentscheid des GYPT
Sofie Silbermann frönt ihrer Leidenschaft für Physik im Zuge der deutschen Physikmeisterschaft für junge Talente am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. | © Foto: Susanna Fischerauer

So sehen Sieger aus – Sofie Silbermann macht den ersten Platz beim Regionalentscheid des GYPT

7. Februar 2020 | von Susanna Fischerauer

Die 17-jährige angehende Abiturientin nimmt zum zweiten Mal am GYPT (German Young Physicists´ Tournament) teil und lässt für ihr Strömungsexperiment 60 Räucherstäbchen brennen.

Sofie Silbermann zeigt vollen Elan – auch wenn sich die Schülerin im Rahmen ihres Abiturs in ihrer Seminararbeit nicht mit einem physikalischen Thema beschäftigen konnte, startet sie mit ihrem Herzensprojekt aus dem Bereich der Strömungsmechanik dieses Jahr gleich zwei Mal durch. Nach dem Einreichen ihrer schriftlichen Arbeit über das Experiment bei Jugend forscht wartet jetzt der große Wettbewerb auf sie – zum zweiten Mal nimmt die 17-Jährige am GYPT, der deutschen Physikmeisterschaft für junge Talente, am Max-Planck-Institut für Quantenoptik auf dem Forschungscampus Garching teil. Letztes Jahr hat sie es bis in die bundesweite nächste Runde nach Bad-Honnef geschafft. Wir drücken Sofie alle Daumen für die diesjährige Meisterschaft und hoffen, dass sie die Jury von ihrem Ehrgeiz genauso gut überzeugen kann wie uns. Put a little candle behind a bottle and blow on the bottle from the opposite site. The candle may go out as if the bottle was not there at all. Explain the phenomen, lautet die Aufgabenstellung, mit der sich Sofie seit nun insgesamt einem Jahr intensiv auseinandergesetzt hat. Ziel von ihrem Experiment war es eine Erklärung zu finden, warum die Kerze wie durch magische Hand manchmal ausgeht und manchmal nicht. Den Luftstrom visualisierte sie durch Räucherstäbchen.

Wie bist Du auf das MPQ gekommen?

Ich habe in der 10. Klasse im Jahr 2018 zum ersten Mal gemeinsam mit meiner Klasse das Schülerlabor besucht und einige Experimente ausprobiert. Am Ende hat Silke um Interessenten für den GYPT geworben. Ich habe mich sofort von ihrer Begeisterung anstecken lassen und kurzerhand beschlossen, mitzumachen. Seit dem so genannten Erstitreffen im August 2018 war ich dann irgendwie voll dabei und habe seitdem bis jetzt an jedem weiteren Treffen teilgenommen. Das Oskar-von-Miller-Gymnasium hat mich in dieser Zeit enorm unterstützt und einen Tag pro Woche für die Forschungsarbeit in Garching schulisch befreit.

Wann hat die Liebe zur Physik begonnen?

Anfang der 10. Klasse habe ich angefangen, mich für Physik interessieren. Die Begeisterung hat sich dann innerhalb meiner zweifachen Teilnahme an dem LMU-Probestudium für Physik immer mehr verfestigt. Dort konnte ich mir innerhalb des einwöchigen Förderprogramms einen Einblick in Tutorien, Praktika und in die Studienwelt der Physik verschaffen.

Was hat dich für das Projekt motiviert und wie kam die Idee zustande?

Ich finde es eine wertvolle Erfahrung, die Möglichkeit zu haben mein Projekt hier aufzubauen und mich über die Schule hinaus mit Physik zu beschäftigen. Da das Thema der Strömungsmechanik in der Schule leider vernachlässigt wurde, habe ich aus eigenem Antrieb erstmal zwei, drei Bücher dazu gelesen und schnell ein Verständnis und ein persönliches Interesse für das Thema entwickelt. Als Herr Kratzer, Leiter des GYPT, bei unserem ersten Treffen im August dann mögliche Aufgabenstellungen vorgestellt hat, hat mich mein Experiment und die Offenheit der Fragestellung sofort gepackt. Umso mehr ich mich mit der Aufgabenstellung befasst habe, umso begeisterter war ich.

Gibt es Dinge, die du noch gerne untersucht hättest aber aus Platzgründen nicht mehr unterbringen konntest?

Mein nächster Schritt nach der Visualisierung der Strömung ist, das Experiment als Simulation zu zeigen. Herr Kratzer hat mir dafür einen Kontakt der Firma CADFEM vermittelt, die mein Projekt innerhalb des Talent Take-off Förderprogramms unterstützt. Ich habe mich für die weiteren Untersuchungen extra mit einem neuen Programm auseinandergesetzt und die Simulationen selbst erstellt. Dadurch kann ich beweisen, dass das was ich experimentell dargestellt habe, auch wirklich mit einer Simulation umsetzbar ist. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, das ganze privat weiterzuverfolgen.

Was macht den GYPT für dich attraktiv?

Das Netzwerk hinter dem GYPT ist überhaupt das beste an der ganzen Veranstaltung. Dort trifft man auf eine riesige Anzahl von Gleichgesinnten, die man außerhalb des Wettbewerbs selten kennenlernt. Die vorgegebene Struktur des GYPT ist einfach super: Der Schwerpunkt liegt auf Teamarbeit und somit sind alle auf einen permanenten Austausch und gegenseitige Unterstützung angewiesen. Von Konkurrenz ist da keine Spur – ganz im Gegenteil, wir freuen uns für unsere MitstreiterInnen, wenn sie weiterkommen. Aus dem Wettbewerb entstehen wirklich Freundschaften – und das ist zu großen Teilen dem Teamgeist von GYPT zu verdanken.

Pläne nach dem Abi?

Ich will auf jeden Fall Physik studieren. Quantenoptik find ich richtig cool! Ich habe auch gemerkt, welch große Rolle Laser im Alltag spielen. Die ganze Technik die dahinter steckt ist extrem beeindruckend und ich finde die Vorstellung sehr schön, ein Teil der ganzen Forschung zu sein.

Das Team „Physical Education“ hat sich tapfer geschlagen: Tobias Herrmann und Sofie Silbermann freuen sich über ihre Auszeichnungen.

Freudige Neuigkeit – Sofie ist eine Runde weiter:

Nach dem Interview wurde Sofie Silbermann beim regionalen GYPT für ihre Forschungsarbeit mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr für sie und wünschen ihr viel Glück für die bundesweite Runde!